Serie: Gesund auf Tour

Teil 3: Blessuren heilen

22.08.2016 Angelika Urbach - Sonne, Feuchtigkeit und Reibung machen der Haut auf Tour zu schaffen. Welche Maßnahmen beugen vor und wie werden kleine Blessuren auf einer Radtour sicher behandelt?
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© Daniel Simon

Auf mehrtägigen Touren mit ausgedehnten Tagesetappen wird unsere Haut extrem belastet. Wo Mensch und Maschine über Stunden hinweg aneinander reiben, können Reizungen, nässende Wunden oder Blasen entstehen, die den Spaß am Sport ausbremsen. "Zu jeder erfolgreichen Tour gehört deshalb ein gutes Basiswissen über die Pflege der Haut", betont der Münchener Sportmediziner und Dermatologe, Dr. Christoph Liebich. Er empfiehlt, die Haut bereits im Vorfeld der Tour durch individuelle Maßnahmen zu stärken und widerstandsfähig zu machen.
Für Pflegeprodukte mit regelmäßiger Anwendung wie Bodylotion, Deo oder Duschgel rät der Experte: "Setzen Sie die Pflege, die Sie im Alltag verwenden, auf Tour unbedingt fort. Andernfalls könnte die Haut mit Pickeln, Hautirritationen oder Allergien reagieren." Das gilt ganz besonders für Radfahrer mit empfindlicher Haut. Also: Besser das Produkt von zu Hause in ein kleines, tourentaugliches Fläschchen umfüllen als die Reisepackung eines beliebigen Produkts aus dem Drogeriemarkt verwenden.


Auch bei der Auswahl von Textilien gilt: Am besten eignen sich Stücke, die sich bereits auf anderen Touren bewährt haben. Tauglichkeit und Passform von neu erworbenen Radhosen, Handschuhen, Socken und Schuhen sollten vorab auf kleineren Ausfahrten erprobt werden. Auf diese Weise kann sicher gestellt werden, dass keine Nähte oder Stoffoberflächen reiben und reizen. Das Tragen von Handschuhen empfiehlt sich übrigens auch an heißen Tagen, so Dr. Liebich: "Blasen an den Händen entstehen meist dann, wenn die Haut direkt am Griff reibt ."
Mit gezielter Pflege vor der Tour lässt sich manches unschöne Wehwehchen während der Reise vorbeugen. Hühneraugen können beim Pedalieren schmerzen und sollten deshalb vorher vom Hautarzt entfernt werden. Dasselbe gilt auch für andere Verhornungen an Zehen oder Fersen, die zu Blasen führen können. Dicke und rauhe Hautschichten lassen sich auf einfache Weise zu Hause behandeln, z.B. mit urea- oder salicylsäurehaltigen Cremes.
Auch Pollenallergiker können typischen Beschwerden vorbeugen. Da sich physiologische Reaktionen auf Pollen durch die erhöhte Durchblutung beim Sport verstärken, sollten Pollenallergiker bei der Planung der Tour die richtige Jahreszeit und Strecke wählen. "Touren in höheren Lagen eignen sich besser. Dort ist der Pollenflug nicht so stark", empfiehlt der Arzt. Unter bestimmten Umständen kann auch die Dosierung von Antihistaminika erhöht werden. "Das muss aber unbedingt mit einem Arzt abgesprochen werden!", warnt Liebich.
Im Gegensatz zur Pollenallergie dauert es bei einer Sonnenallergie einige Tage, bis die Haut mit einem Ausschlag oder Pusteln reagiert. Falls Ihr Körper nach Sonneneinstrahlung regelmäßig mit juckenden Rötungen oder Bläschen reagiert, verschafft ein Allergietest beim Dermatologen vor der Tour Klarheit. Sonnenallergikern helfen lange Kleidung und Sonnencreme. "Darüber hinaus kann man sich in dermatologischen Praxen durch eine spezielle Bestrahlung abhärten lassen", rät der Experte.
Bei Sonnenschein sind Schutzcremes eine Selbstverständlichkeit. Tragen Sie Sonnencreme etwa 30 Minuten vor dem Losfahren auf. So kann das Produkt gründlich in die Haut einziehen und läuft z.B. nicht so leicht mit dem Stirnschweiß in die Augen. Übrigens: Bei Sonnenbrand oder anderen Reizungen ist Schweiß unproblematisch. "Als körpereigene Substanz setzt verstärktes Schwitzen der Haut normalerweise nicht zu", entwarnt Liebich. Selbst verletzte oder wund geriebene Hautpartien würden durch den Schweiß nicht zusätzlich gereizt, so der Hautarzt. 

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