Stromversorgung unterwegs

Stromversorgung am Lenker

02.03.2017 Matthias Schwindt - Geht es mit dem Smartphone auf große Radtour, sind zwei Probleme zu lösen: Stromversorgung und Schutz vor Staub und Regen. Wir zeigen Lösungen, die sich in der Praxis bewährt haben.
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© Matthias Schwindt

"In 200 Metern rechts abbiegen". Was im Auto bereits zum Standard gehört, findet auch auf der Radtour immer mehr Verbreitung. Sich auf der Tour mit dem Smartphone leiten zu lassen, funktioniert mit der richtigen App hervorragend. Aber bis eine Radtour so gefahren werden kann, bedarf es technischen Zubehörs. GPS und vor allem das immer eingeschaltete Display leeren den Akku nämlich recht schnell.

Strom selbst erzeugen

Gerade beim Trekkingrad könnte man den Nabendynamo für die Stromversorgung anzapfen. Der erzeugt unabhängig Strom. Egal, wie lange man unterwegs ist oder wo man fährt. Also die ideale Stromquelle für lange Touren abseits der Zivilisation. Aber auch beim Kurztrip ist es schön, nicht an Stromnachschub denken zu müssen und mit gefülltem Akku anzukommen.

E-WERK
© MARKUS MOELLENBERG
Busch & Müller E-werk: Universal-Netzteil für den Fahrraddynamo.

Um nicht nur für die Beleuchtung, sondern auch für die GPS-Navigation Strom bereitzustellen, benötigt man eine Wandlerelektronik am Dynamo. Damit wird die Spannung auf USB-taugliche 5 V gebracht und ein Pufferakku sorgt für konstanten Ladestrom.

Denn für ein akkuschonendes Laden ist ein konstanter Stromfluss wichtig. Auch bei einer kurzen Standzeit, etwa an einer roten Ampel, sollte weiterhin Ladestrom von einem Pufferakku kommen. Denn für die Lebensdauer des Smartphone-Akkus ist es nicht gut, wenn das Laden häufiger unterbrochen wird. Die sensiblen iPhones reagieren auf Ladeunterbrechungen „sensibel“ und verweigern teilweise das Fortsetzen der Ladung, wenn wieder Strom anliegt. Deshalb unser Tipp: Auf einen ausreichend groß dimensionierten Pufferakku achten und diesen vor dem eigentlichen Einsatz laden oder durch Fahrten ohne angeschlossene USB-Verbraucher füllen.

Im Praxistest hat sich eine Lenkertasche ganz besonders für die Nutzung mit Dynamo-Ladegeräten bewährt. Die Ultimate6 Pro E von Ortlieb verfügt über Kontakte in der KLICKfix-kompatiblen Halterung. Sobald die Tasche am Lenker befestigt wird, entsteht automatisch eine Stromverbindung. Die wertvolle Ladeelektronik befindet sich in der Tasche und kann, ohne per Hand einen Stecker zu lösen, bei Pausen mitgenommen werden. Im Lieferumfang sind Kabel vom Dynamo zur Tasche und eine Leitung mit offenen Enden für die Verbindung zum Laderegler enthalten. An die Halterung der Tasche kann noch ein spezieller Adapter angeschraubt werden, der wiederum die Smartphone-Halterung aufnimmt.

Eine interessante Alternative ist der Luxos Scheinwerfer von Busch & Müller. Auf den ersten Blick ein ganz normaler Fahrradscheinwerfer. Im Inneren verbirgt sich die Ladeelektronik mitsamt Pufferakku. Am Lenker wird der Lichtschalter befestigt. Von dort führt ein USB-Kabel zur Navigation. Die elektrische Leistungsfähigkeit ist ebenso wie der Pufferakku begrenzt. Sparsamen Verbrauchern genügt das. Leistungshungrige Smartphones werden vom Busch & Müller-System nicht ausreichend versorgt. Übrigens ist die Technik (Leistung und Akku) identisch mit dem USB-Werk.

Mobiler Akkupack

Deutlich günstiger als eine Ladeelektronik für den Dynamo sind mobile Powerbanks. Diese gibt es bereits für wenige Euro im Handel. Große Unterschiede gibt es hauptsächlich bei Größe und Gewicht. Mehr Energie bedeutet in der Regel mehr Platz und Gewicht. Kapazitäten um die 6.000 mAh erlauben bei aktuellen Smartphones rund eine Verdreifachung der Akkulaufzeit.

In einer Tasche am Lenker oder Oberrohr verstaut und mit einem USB-Kabel mit dem Smartphone verbunden liefern sie genügend Energie für die Reise. Am Abend im Hotel wird einfach wieder nachgeladen.

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© Schwindt
Notstrøm: Extrem robuster Akku-Pack mit großer Kapazität.

Beim USB-Kabel sollte man dabei allerdings nicht sparen und ein robustes Modell, etwa mit geflochtener Ummantelung, wählen. Günstige Akkus bieten allerdings weder Schutz vor Staub noch vor Spritzwasser. Deutlich besser sind da speziell für das Fahrrad ausgelegte Akkus.

Stabile Smartphone-Halterung

Neben der Stromversorgung gibt es bei der Navigation mit dem Smartphone am Fahrrad ein weiteres Problem zu lösen: der Schutz vor Staub und Regen bei gleichzeitig guter Ablesbarkeit.

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© Schwindt Matthias
Topeak Weatherproof Ride Case: Stabile Halterung, redendichte Hülle und Zusatzakku.

Mit der passenden Halterung lässt sich das Smartphone sicher am Lenker oder Vorbau montieren. So bleibt die Navigation während der Radtour stets im Blick. Soll es auch bei schlechtem Wetter auf Tour gehen, muss die Halterung gleichzeitig noch wasserdicht sein. Im Test waren unterschiedliche Haltesysteme zwischen 20 und 140 Euro.

Vorab gleich eine gute Nachricht für iPhone-Besitzer. Beim Thema Smartphone-Halterungen sind Besitzer des Apple-Telefons klar im Vorteil. Durch deren Modellpolitik wird nur alle zwei Jahre eine neue Halterung nötig. Gleichzeitig ist die Verbreitung im Markt groß. Das veranlasst viele Firmen spezielle Halterungen zu entwickeln.


Der komplette Artikel "Stromversorgung am Lenker“ stand in Trekkingbike-Ausgabe 1/2017. Sie können die Ausgabe in der Trekkingbike-App (iTunes  und Google Play ) laden oder im DK-Shop  bestellen.

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