Sardiniens Nordwesten überrascht Radreisende mit spröder Pracht
Sardinien ist siebenmal so groß wie Mallorca, doch als Radlerinsel kaum bekannt. Dabei gibt es viel zu entdecken: In einer knappen Woche schafften unsere Reporter nur einen Teil des Nordwestens – genug, um mit strahlenden Augen zurückzukommen.
Süditalien ist bei Radfahrern noch weitgehend unbekannt. Chefredakteur Tom Bierl ging in der Basilikata auf Erkundungstour und erlebte ein sportliches Radlerland voller Überraschungen, aber ohne Hektik und Verkehr.
Unsere auserwählte Marken-Region nennt sich wohlklingend Marcabella. Die schmalen Asphaltbänder schlängeln sich durch Wiesenhügel und Olivenhaine, vorbei an einzeln stehenden Landgütern hin zu sehenswerten, außerhalb der Saison etwas verschlafen wirkenden Dörfchen und Städtchen. Kultur und Kulinarik gehören hier selbstverständlich auch dazu und bergen sogar kleine Entdeckungen, wie Dinkel mit Champignons oder würzigen Wildschweinschinken. Sehenswert sind unter anderem das Kloster Fonte Avellana und das Museum der Reiterstatuen in Pergola. Allerdings muss sich der Radwanderer die Marcabella verdienen.
Nicht nur die edlen Weine machen das Piemont zum beliebten Gourmet-Ziel. Auch Trüffel, Schokolade und Pilze sind weit bekannt. Damit man diese Köstlichkeiten ohne schlechtes Gewissen genießen kann, geht es per Rad ans Kalorienverbrennen. Kein Problem beim ständigen Auf und Ab. Allerdings fehlt bisher eine ausgebaute Radweg-Infrastruktur. Bevorzugtes Revier ist das Hügelland rund um Alba. Schweiß treibend, aber attraktiv und abwechslungsreich führen die Routen in malerische Ortschaften und vorbei an unzähligen Burgen und Klöstern.
Das Friaul überrascht mit landschaftlicher Vielfalt und kulinarischen Genüssen
Wer es in Friaul-Julisch Venetien eher gemütlich mag, pendelt auf flachen Wegen an der Adria entlang zwischen Venedig und Triest. Die Highlights sind dort die Lagunen, die historischen Städte und das Strandleben etwa in Lignano und Grado. Landschaftlich abwechslungsreicher und etwas hügeliger wird’s weiter nördlich, z. B. in der Heimat des berühmten San-Daniele-Schinkens. Zu den spannendsten Revieren für Reiseradler zählen in Friaul die Colli Orientali östlich von Udine hinüber zur Slowenischen Grenze: idyllische Weinberge rund um Cividale, gemütliche Trattorien – und so gut wie keine stark befahrenen Hauptstraßen.