Kaufberatung: Griffe (4/2017)

Formsache – die besten Fahrradgriffe

09.11.2017 Kai Hilbertz - Griffe sind Verschleißteile am Rad. Doch tauschen Sie nicht unüberlegt. Es lohnt sich, die Modelle zu vergleichen. Wir haben das Angebot für Sie gecheckt.
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© Daniel Simon

Warum eigentlich haben Trekking- und Mountain-bikegriffe einen Innendurch-messer von 22,2 mm? Wie viele andere Maße am Fahrrad, war dies ursprünglich ein Zollmaß: 7/8 Zoll mal 25,4 mm ergibt 22,2 mm. So lassen sich alle achtzehn Griffe in unserem Feld auf City- und MTB-Lenkern mit diesem Standarddurchmesser befestigen.

Wir haben bei der Auswahl bewusst auf alle Griffe verzichtet, die nur durch das Aufstecken am Lenker gehalten werden. Alle Modelle sind moderne „Lock-On“ Konstruktionen, die durch eine oder zwei Schraubklemmungen in Position gehalten werden. Solche Schraubgriffe haben nicht nur den Vorteil, dass sie bombenfest sitzen, sondern sie erleichtern auch die Montage und Demontage ganz ungemein.

Früher verwendeten viele Schraubgriffe recht kleine Klemmschrauben, deren Köpfe für einen 2,5 mm Innensechskant ausgelegt waren. Je nach Präzision und Materialhärte konnte man solche Schrauben leicht beschädigen, wenn sie zu fest angezogen wurden. Erfreulicherweise hat nur noch ein Modell in unserem aktuellen Feld derartige Schrauben – die meisten Hersteller verwenden Schraubenköpfe für 3 oder 4 mm Inbus. Noch besser sind Schrauben für 5 mm (SQlab), am allerbesten sind Torxschrauben – Velospring verwendet als einziger T25 Schrauben.

Angaben zum Anzugsmoment in Newtonmeter (Nm), mit dem die Schrauben befestigt werden sollen, stehen bei Schraubgriffen meist auf der Schelle. Bei einem Alulenker ist es nicht nötig, sich deswegen den passenden Drehmomentschlüssel zulegen. Nur bei einem Carbonlenker sollten Sie keinesfalls auf dieses Werkzeug verzichten. Bei der Montage von Griffen auf einem Alulenker reicht es im Normalfall, wenn Sie die Schellen umsichtig so lange festschrauben, bis die Griffe nicht mehr rutschen können. Bei Bedarf erhöht Montagepaste die Reibung.

Von der Form her konnte man Griffe bisher in drei Klassen einteilen: Runde Griffe, ergonomische Griffe, und Griffe mit Barends. Runde (zylindrische) Griffe sind am kompaktesten und werden von Radlern mit kleineren Händen bzw. von vielen Sportlern bevorzugt. Ergonomische Griffe bieten eine größere Auflagefläche für die Handballen und sollen dem Karpaltunnelsyndrom entgegenwirken. Wer viel Zeit im Sattel verbringt, weiß das zu schätzen. Griffe mit integrierten Barends bieten eine zweite, bei langen Modellen manchmal sogar eine dritte Griffhaltung außen am Lenker.

Neuerdings ist eine vierte Variante auf den Markt gekommen: Sowohl Spirgrips wie SQlab bieten Zusatzgriffe an, die wie Barends aussehen, aber innen am Lenker, also zwischen Brems-/Schalthebel und normalem Griff, montiert werden. Dort geht etwas Platz verloren, man muss den Bremsgriff um 15,5 mm (Spirgrips) bzw. 19,9 mm (SQlab) nach innen verschieben. Man gewinnt dadurch eine zweite Griffposition, die nicht so weit außen liegt, und man kann in dieser Haltung sogar bremsen.

Last but not least: Griffe ausprobieren! Es ist immer vorteilhaft, wenn ein Modell in mehreren Größen angeboten wird. Griffe muss man unbedingt haptisch erfahren, um sagen zu können, ob einem die Form liegt.


Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 4/2017. Sie können die Ausgabe in der Trekkingbike-App (iTunes  und Google Play ) laden oder im DK-Shop  bestellen.

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