Zubehör: Schutzbleche (2/2017)

Spritzschutz – 12 Schutzblechmodelle im Test

03.05.2017 Kai Hilbertz - Fest montiert oder Steckschutzblech? Wer sein Rad mit Schutzblechen versehen will, oder vorhat, seine bestehenden Bleche durch neue zu ersetzen, sollte ein paar Punkte beachten, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen.
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© Daniel Simon

Es gibt zwei Arten von Schutzblechen: Steckschutzbleche und fest montierte Schutzbleche.

Steckschutzbleche können bei Bedarf schnell montiert oder abmontiert werden. Sie werden daher gerne von Gelegenheitsfahrern benutzt oder von sportlichen Fahrern, die sich am Aussehen langer Schutzbleche stören. Fest montierte Schutzbleche vibrieren weniger, können beim Fahren nicht verloren gehen und schützen den Fahrer durch ihre Länge und enger anliegende Form weitaus besser als Steckschutzbleche.

Ganz wichtig ist die Länge des Schutzblechs: 

Viele Fahrräder haben Schutzbleche montiert, die zu kurz sind, um optimal zu schützen. Bei fest montierten Schutzblechen sollte das Blechende am Hinterrad mindestens bis zur Höhe der Hinterradachse hinunter reichen, damit der Hintern nicht nass wird. Bei Bedarf können Sie das Blech mit einem Spritzschutz aus Gummi oder Leder verlängern.

Bei fest montierten Schutzblechen sollte das Blech am Vorderrad, von oben gesehen, vorne mindestens bis zur Achse des Vorderrads reichen, unten mindestens bis zur gedachten Unterkante des Tretlagergehäuses. Will man Kette und Kurbel optimal vor Dreck schützen, so sollte das Blechende wesentlich weiter nach unten gezogen werden, siehe den Kasten auf Seite 42: „Lange Schutzbleche schützen besser“.

Nicht nur die Länge, sondern auch der Radius, die Breite und die Form des Schutzblechs beeinflussen seine Effektivität. Radius: Es macht keinen Sinn, z.B. ein 26"-Schutzblech an einem 28"-Laufrad zu montieren. Breite: Das Blech sollte mindestens 5 bis 7 mm breiter sein als die effektive Reifenbreite (kann von der Größenangabe abweichen). So ist z.B. ein 45 mm breites Schutzblech für Reifen geeignet, die 38 oder maximal 40 mm breit sind. Form: Flach gewölbte oder gar ganz flache Profile schützen weitaus schlechter als tiefe Profile mit ausgeprägten Wangen, die das Spritzwasser besser ableiten.

Bei der Montage sollten Sie auf den Durchlauf, also die Entfernung zwischen Reifen und Schutzblech achten. Lassen Sie mindestens 10 mm Platz vom tiefsten Punkt des Schutzblechs. Wenn das Blech z.B. mit innenliegenden Stromkabeln versehen ist, so messen Sie von den Kabeln, nicht vom Schutzblech selbst. Wer viel im Winter oder auf matschigen Wegen fährt, sollte eventuell mehr Platz lassen, damit der Durchlauf sich nicht so leicht mit Schlamm oder Schnee verstopfen kann.

Vordere Bleche mit Streben können das Vorderrad plötzlich blockieren, wenn sich z.B. ein Zweig oder Ast darin verheddert. Viele Schutzbleche haben deshalb vorne Sicherungen, die die Streben sofort entkoppeln. Hat das Schutzblech keine Sicherheitsbefestigungen, sollten die Streben nicht an den Ausfallenden befestigt werden, sondern an den höher gelegenen Lowrider-Gewinden der Gabel. Sind keine vorhanden, stattdessen Schellen benutzen.

Interview mit Uwe Matthies, Maxx Bikes

Wie wichtig sind bei Trekkingbikes Schutzbleche und die Allwettertauglichkeit?

Für nahezu alle in Deutschland und in unseren Breitengraden verkauften Trekkingbikes spielt die komplette StVZO-konforme und allwettertaugliche „Straßenausstattung“ eine überragende Rolle, also fest montierte, maximal spritzschützende Schutzbleche, Lichtanlage, Gepäckträger, Ständer, Glocke und reflektierende Elemente an Reifen, Pedale etc.

Müssen dabei die Schutzbleche mit anderen Komponenten abgestimmt werden?

Straßenausstattung „Made in Germany“ zeichnet sich eben gerade durch hohen Integrationsgrad möglichst aller beteiligten Komponenten aus, davon sind ebenfalls die meisten führenden Marken wie SKS, SON, Tubus/Racktime, Busch & Müller deutscher Herkunft, auch einer der Gründe, warum so viele Trekkingbike-Liebhaber auch außerhalb Deutschlands sich an hochwertigen Trekkingbikes deutscher Herkunft begeistern.

Lässt sich ein Fahrradhersteller auch mal Schutzbleche nach eigenen Vorgaben fertigen?

Maxx lässt seit 20 Jahren Schutzbleche individuell (bei SKS) auftragsfertigen, eben damit wir bei unseren Bikes ein maximales Integrationsniveau aller beteiligten Komponenten der Straßenausstattung erreichen. Schutzbleche und ihre Verstrebung müssen genau auf Gepäckträger, Rahmen, Gabel und Stromversorgung abgestimmt sein.


Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 2/2017. Sie können die Ausgabe in der Trekkingbike-App (iTunes  und Google Play ) laden oder im DK-Shop bestellen.

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