Zubehör: Pedale (5/2016)

Zum Nachrüsten: Pedale für Alltag und Tour

18.11.2016 Kai Hilbertz - TREKKINGBIKE hat zwölf Pedale von zehn Herstellern untersucht. Alle können mit Straßenschuhen gefahren werden, sechs bieten zusätzlich auf einer Seite eine Klickbindung.
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© Daniel Simon

Welche Parallelen gibt es zwischen der Wahl der Pedale und dem Brexit? Glücklicherweise gar keine: Welche Pedale Sie letztendlich aussuchen, ist eine rein individuelle Angelegenheit, keine politische Entscheidung. Da die Pedale bekanntlich einer der drei Kontaktpunkte zwischen dem Fahrer und dem Fahrrad bilden, ist das Ergebnis durchaus wichtig, aber es zieht keine europaweiten Konsequenzen nach sich.

Was ist wichtig bei Pedalen? Sie führen ein hartes Leben und werden ständig mit Füßen getreten, sollten aber trotzdem zuverlässig und möglichst langlebig funktionieren. Wichtige Auswahlkriterien sind ihre Lager, ihr Gewicht, das Preis-Leistungs-Verhältnis, ihr Einsatzbereich, Ergonomie, Rutschfestigkeit und eventuell noch ihr Aussehen.

Alle Pedale in unserer Auswahl verfügen über gute Lager. Die meisten verwenden Industrielager, manche sind auch mit austauschbaren Patronenlagern ausgestattet. Weil billige Einstiegspedale oft mit Gleitlagern ausgestattet sind, haben diese einen schlechten Ruf, aber es gibt auch hochwertige Gleitlager. So verwenden die 2016er Double Shot Pedale eine Kombination aus hochwertigem Enduro Industrielager außen und Igus LL-Gleitlager innen. Wichtig sind auch die Dichtungen und das Gewicht der Pedale – sie sind schließlich rotierende Masse.

Pedale mit Klickbindung, aufwendiger Ausstattung oder gefrästem Alukörper kosten natürlich mehr als einfache Plattformpedale aus Kunststoff. Die billigsten Pedale, die eine noch akzeptable Qualität aufweisen, fangen bei ca. 20 Euro an. Die zwölf Pedale in unserer Auswahl kosten zwischen knapp 30 und 99 Euro. Wir haben dieses Mal bewusst auf Modelle, die mehr als 100 Euro kosten, verzichtet.

Ergonomie: Wer kleine Füße hat, kann sich mit entsprechend kleineren Pedalen begnügen, während der Autor mit seiner Schuhgröße 48 eher nach größeren Pedalen Ausschau halten wird. Manche Pedale bieten konkave Trittflächen, während die Moto Pedale 5 mm nach innen oder außen versetzt werden können. Die Spank Spoon werden in den drei Größen S, M und L angeboten – sehr gut! Tendenziell kann man feststellen, dass viele neue Pedalmodelle größer geworden sind.

Plattformpedale benutzen häufig Noppen oder gezackte Oberflächen, um besseren Halt und Rutschfestigkeit zu erzielen. Die Pedale von Ergotec und Moto verwenden dagegen eine schleifpapierartige Oberfläche – sie können sogar barfuß gefahren werden. Viele sportliche Radler bevorzugen Pedale mit möglichst vielen einschraubbaren „Pins“. Die verleihen zwar aggressiv guten Halt, können aber auch ganz schön weh tun, wenn ein Pedal aus Versehen gegen das Schienbein schlägt.

Klickpedale benötigen spezielle Schuhe mit integrierten Cleats. Im Trekking- und Tourenbereich sind die allermeisten Klickpedale kompatibel zu Shimano SPD, manche Fahrer benutzen auch die „Eggbeater“-Bindungen von Crank Brothers. Klickpedale sind super, weil man nicht so leicht von den Pedalen rutscht und effizienter fahren kann. Wer sich bisher noch nicht getraut hat, sollten sich mal die Click’R-Pedale von Shimano anschauen.

Fazit

Fünf der sechs Klickpedale sind entweder original Shimano SPD (Click’R + XT) oder SPD-kompatibel (Contec, Exustar und Xpedo). Diese fünf Pedalsätze haben wir zusammen mit unseren SPD Referenzpedalen, Shimano XTR PD-M980, in der Praxis getestet. Sie wurden mit Shimano SPD-Schuhen, auf denen original SM-SH51 Cleats montiert waren, gefahren. Bei Shimano klickten die Deore XT PD-T780 ähnlich satt wie die XTR Pedale, während die Click’R PD-T420 viel leichter auslösten. Die Contec Spade und Exustar E-PM820-2 klickten etwas lockerer, während die Xpedo Traverse Duo Pedale so ähnlich wie XT und XTR ein- und auslösten. Fazit: Click’R ist anders als original SPD, und die Bezeichnung „SPD-kompatibel“ stimmig.


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