Test: Maxx Jagamoasta

Maxx Jagamoasta – ultimatives Winterbike

19.12.2016 Jörg Spaniol - Perfekt angepasst: Das Siegerbike des 300-Meilen-Rennens „Yukon Arctic Ultra“ lässt ahnen, wie kalt es draußen werden kann. Mit vielen Tricks trotzte das Maxx Jagamoasta minus 40 Grad.
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© Daniel Simon

Keine Frage, dieses Mons­ter von einem Rad ist ein Hingucker: grellgrün, und dann diese unglaublich fetten Reifen! Noch dazu ist es ein Rad mit einer Geschichte, denn exakt dieses „Jagamoasta“ (Jägermeister) des Rosenheimer Herstellers Maxx ist das erste Fahrrad, das den "Yukon Arctic Ultra"-Wettkampf gewann – dazu unten mehr. Der eigentliche Grund, dieses Rad zum Pin-Up zu machen, ist aber unsichtbar und damit erklärungsbedürftig: Es ist die Akribie, mit der Siegfahrer Florian Reiterberger und die Unterstützer bei Maxx dieses Rad auf die extremen Bedingungen des Winters in Alaska vorbereitet haben.


Wir hatten Florian Reiterberger, einen kompakten, kraftstrotzenden Oberbayern auf der Eurobike getroffen, wo sein Jagamoasta den Stand des Sponsors schmückte. Das Thema "Fatbike" an sich hat zwar keinen Neuigkeitswert mehr, doch der Hinweis auf das Rennen verfängt bei jedem, der je im Winter eine Radtour abbrechen musste: Mit vereistem Ritzelpaket, auf dem die Kette durchrutscht. Mit wirkungslosen Bremsen, deren Züge festfroren. Mit Reifen, die ständig durch die Schneekruste brechen – und mit kalten Händen und Füßen sowieso. Wie soll das also klappen, per Rad knapp 500 Kilometer auf Pfaden, Motorschlittenpisten und verschneiten Eisflächen bei unvorstellbaren minus 40 Grad zu überstehen? Als Sieger hat Reiterberger offenbar auch bei der Technik einiges richtig gemacht. Was das ist, kann er bis ins Detail erklären.
Die Reifen sind 5,05 Zoll breit, mehr geht kaum. Reiterberger ist sie mit 0,7 und 0,8 bar Druck gefahren. Ziemlich viel für diese Reifengröße, aber nach seinen Erfahrungen ideal für den abwechselnd verpressten und losen Schnee. Was man nicht sieht, ist die Reifenchemie. Das Profil ist nicht etwa aus ästhetischen Gründen rohweiß, sondern weil diese Mischung ohne Ruß und Teer auskommt. So soll sie nicht verhärten oder gar splittern – die geringe Abriebfestigkeit der rußfreien Pneus ist im Schnee kein kritisches Thema. Auch im Reifeninneren geht es höchst speziell zu. Verhärtende Schläuche im Reifeninnern fressen Kraft und schieden auch deshalb aus. Schlauchlos-Reifen wie die monströsen VEE-Gummis sind pannensicherer, brauchen aber Dichtflüssigkeit. Weil herkömmliche Mittel soviel Kälte nicht vertragen, mussten die Techniker weltweit suchen. Jetzt gluckert frostsichere Dichtmilch im Reifen – aus dem eher warmen Israel, übrigens.


Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 6/2016. Sie können die Ausgabe in der Trekkingbike-App (iTunes  und Google Play ) laden oder im DK-Shop bestellen.

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