Test: E-Lastenrad

Riese + Müller Load

29.06.2016 Jörg Spaniol - Ist das der Zweitwagen der Zukunft? E-Lastenräder wie das Load von Riese + Müller werden mancherorts sogar bezuschusst, wenn sie Autos ersetzen. Hier macht der Hybridantrieb Sinn – und Spaß.
Lastenrad_Riese und Müller
© Daniel Simon

Ist das noch ein Fahrrad? Der aktuelle Transporter von Riese + Müller hat ein vollgefedertes Fahrwerk, einen Motor und Platz für bis zu drei Personen. Dazu kommen über 5000 Euro Anschaffungspreis und etwa zweieinhalb Meter Baulänge. Eckdaten, die schon verdächtig nah am gebrauchten Kleinwagen sind. Gleichzeitig ist die CO2-Bilanz selbst mit „schmutzigem“ Strom für den Akku so dramatisch viel besser als beim Auto, dass die Politik auf Räder wie dieses Lasten-Pedelec aufmerksam geworden ist. Das Bundesumweltministerium hat einen Wettbewerb „Klimaschutz im Radverkehr“ ausgeschrieben, was zunächst etwas absurd klingt, weil der Radverkehr sicher nicht die höchsten Potenziale hat, um noch klimafreundlicher zu werden. Doch gemeint ist eher der Klimaschutz durch gezielte Förderung des Radverkehrs. Und da kommen verstärkt auch Lastenräder in den Fokus: Unternehmen, die Lastenräder in der Logistik einsetzen, können ebenso gefördert werden wie Lastenrad-Verleihsysteme. Beim vor zwei Jahren beendeten Projekt „Ich ersetze ein Auto“ wurden beispielsweise E-Lastenräder bei Kurierunternehmen mit öffentlichen Mitteln gefördert. Auch Paketdienste wie UPS experimentieren in mehreren Städten mit großen E-Lastenrädern für die sogenannte „letzte Meile“ von einem Verteilerpunkt zur Haustür. Besonders weit geht derzeit die Förderung der Stadt München: Dort erhalten Gewerbebetriebe beim Kauf eines Lasten-Pedelecs 1000 Euro Zuschuss – und noch einmal 1000 Euro, wenn sie dafür nachweislich ein konventionelles Firmenfahrzeug abschaffen.

Das Load könnte eines der wenigen Fahrzeuge sein, die von einer solchen Regelung profitieren, denn das Angebot ist überschaubar. Einspurige Lastenräder mit reichlich Zuladung und elektrischem Extraschub sind eine kleine Nische, die bislang vor allem von den Pedelecs der Post-Zusteller gefüllt wird. Doch die haben, ganz anders als das Load, einen hohen Schwerpunkt und reizen nicht dazu, die Geschwindigkeitslimits auszuloten. Front-Tieflader wie das Load stehen dagegen stabil auf dem Ständer und die Ladung ist im Blick – kein Wunder, dass solche Räder bislang eher als Kindertransporter denn als Kleinstlastwagen durch die Städte rollen.

Alleine die skurrile Bauform mit einem kleinen, per Gestänge gelenkten Vorderrad reizt schon zur Probefahrt. Doch zunächst steht eine Treppe im Weg auf den Parcours. Für Einzelfahrer wäre sie ein unüberwindliches Hindernis, denn die sperrige Baulänge und gut 40 Kilo Leergewicht erfordern helfende Hände.

Dann steht das blaue Monstrum startklar und wackelt nur ein wenig, als die Ballast-Sandsäcke in die Ladewanne plumpsen. 30 Kilo Ballast sind so viel, wie Weltumradler für manche Wüstenetappen mitnehmen und viel weniger, als der Hersteller zulässt. Doch schon diese 30 Test-Kilo sind ein perfektes Argument für die Motorunterstützung. In der mittleren Unterstützungsstufe schnurrt die Fuhre müheloser vorwärts als ein unbeladenes Carbon-Tuningrad. Pedelec-Experten mögen diskutieren, ob Heck- oder Mittelmotoren vorzuziehen sind. Bei einem Spezialrad wie diesem begeistert einfach die zusätzliche Kraft, die den Transporter ohne lange Schlangenlinien auf Reisegeschwindigkeit bringt.

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