Test: Klassiker-Modelle (6/2016)

Sportsfreund: Stevens 8X Lite Tour

09.12.2016 Jochen Donner - Aus der crossigen X-Serie hat sich Stevens vollausgestatteter 8X-Tourer entwickelt – momentan ist das Stevens 8X Lite Tour eins der kompetentesten Räder für kleine oder große Fluchten.
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© Daniel Simon

Irgendetwas haben diese Stevens-Bikes an sich. Drei Exemplare des Stevens 8X konnten anspruchsvolle Radler in unserem Redaktionsumfeld überzeugen, sogar begeistern. Der taffe Tourer appelliert klar an den Sportsgeist, den man als 8X-Fahrer unbedingt mitbringen muss. Denn die Sitzposition fällt leicht gestreckt, die Lenkung durch eine straffe Starrgabel mit Steckachse sehr wendig aus und ist nicht ohne vertikale Härte. Manches Mal müssen Knie und Ellenbogen selbst moderate, allgegenwärtige Straßenunebenheiten abfedern, weil Stöße sonst schmerzhaft in Handgelenk und Steißbein fahren.

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© Daniel Simon
Sauber aufgeräumt: Shimanos "iSpec" nimmt Brems- und Schalthebel an einer Schelle auf.

Dank weiten Auszugs kappt die gut flexende Sattelstütze manche Lastspitze. Wer eine aktive Fahrhaltung pflegt, genießt die Vorteile des steifen Rohrverbunds: Hohe seitliche Steifigkeit und eine direkte, präzise Lenkbarkeit, unmittelbar in Vortrieb gewandelter Antritt, gepaart mit einer spielerischen Leichtfüßigkeit und sicherem Handling – all dies macht guten Asphalt direkt zur Traumstraße. Gepäck verträgt der Hamburger ohne Probleme. Ideales Limit sind 12 bis 15 Kilo, bei Testlast 22 Kilo werden Schwankungen im Hinterbau spürbar. Der Träger stützt sich am 8X senkrecht am Ausfallende ab, nicht wie oft üblich, seitlich am Gewinde einer Schraube. Die 3D-Lasche unterm Schutzblech bindet ihn sehr steif nach vorn an und lässt genügend Reifenfreiheit, um winters auch mal Spikes zu montieren.

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© Daniel Simon
Eine Steckachse garantiert die immer gleiche Position der Disc zum Bremssattel.

Top-Niveau haben Schaltung, Brems- und Lichtanlage. Stark biegeanfällig sind die Curana-Bleche, und das Rad serienmäßig ohne Hinterbauständer auszuliefern, kostet es die Bestnote. Sorry.

Plus:

  • ​Hochklassiges Rahmen-/Gabel-Set und Ausstattung;
  • kultivierte Sportlichkeit

Minus:

  • Keine Parkstütze in der Serien-Version

Die Modellgeschichte:

Die Genealogie des 8X zieht sich von 1994 bis heute: Als "8.6.2." startete Stevens damal mit einem sportlich-nackten Crossrad. Weil die Käufer dieses und die folgenden Modelle doch meist für den Alltag nachträglich aufgerüstet haben, ergänzte bald ein Touring-Kit aus Träger, Schutzblechen und Ständer die Stevens Crosser – woher auch das X in den Namen kam. Die Eignung für sportliche Touren und flotte Alltagsmobilität – und die komplette XT-Bestückung – ist das, was das heutige 8X immer noch prägt.

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