Test: Klassiker-Modelle (6/2016)

Stahlinist von Herzen: Patria Randonneur Zona

09.12.2016 Jochen Donner - Aus der Nähe von Bielefeld kommt der Patria Randonneur Zona als konsequentes Stahlreiserad. Es verkörpert eine Idee, die dem Patria-Eigentümer am Herzen liegt.
DS160926_0012
© Daniel Simon

Schnell, leise und effizient durch schöne Landschaften gleiten – mit leichtem Gepäck, unabhängig und mit offenem Visier durch die Welt: So mögen das auch Jochen Kleinebenne und seine Mannschaft, die unter dem Markennamen Patria seit vielen Jahren handwerklich anspruchsvolle Räder mit Stahlrahmen bauen. Der Randonneur Zona scheint es auf den Punkt zu bringen: Traditionelle Vorlagen erster Langstrecken-Reiseräder greift das aktuelle Modell ebenso auf wie Einflüsse modernster Technik.

DS1609_Patria-Det-01
© Daniel Simon
Nach alter Väter Sitte: Die Sitzrohrmuffe integriert die Sattelstützenklemmung.

Das schlanke Stahlrahmen/Gabel-Set vereint eine klassische, mäßig gestreckte Sitzposition und Rennlenker mit zeitgemäßem Tubus-Träger-Set, aktueller 2x11-Schalttechnik und sehr effizienten hydraulischen Scheibenbremsen. Der Stahlrenner hat eine leichte Sattelüberhöhung und lässt den Fahrer aerodynamisch günstig, aber immer bequem und damit langstreckentauglich Platz nehmen. Der wiederaufgelegte Flite-Sattel ist eine hübsche Reminiszenz an eins der besten Fahrrad-Sitzmöbel der letzten 25 Jahre. Es entsteht mehr Lastverteilung aufs Vorderrad, was einer präzisen Lenkung und ruhigem Fahrverhalten zugute kommt. Das Rad läuft sicher geradeaus; jederzeit fein modulierbar ist die Geschwindigkeit durch die fähigen Discbrakes.

DS1609_Patria-Det-02
© Daniel Simon
Im Reich der Moderne: Mit Gusset verträgt die schlanke Stahlgabel auch brachiale Bremskräfte.

Gabel und Rahmen wurden dafür extra verstärkt. Licht, Bremsen und Schaltung sind vom Besten, was man bekommen kann. Extralange Schutzbleche, drei Flaschenhalter und stabile, aber leichte Laufräder zeigen, dass man bei Patria seine Sache versteht. Das Rücklichtkabel an der Trägerstrebe hinten stört jedoch die Taschenhaken.

Plus:

  • Handwerklich sauberer Rahmen,
  • sehr gute Ausstattung;
  • Maßfertigung

Minus:

  • Kabel an Trägerstrebe scheuert an Taschenhaken;
  • wenig Fußfreiheit vorn

Die Modellgeschichte:

Bis in die frühen 80er Jahre reicht die Vorgeschichte des Randonneur zurück: Eine Handvoll sportlicher Reiseradler steckte bei Traditionshersteller Patria die Köpfe zusammen. Heraus kam dabei das Modell Tourist mit Rennlenker, CroMo-Rahmen und längerem Radstand für Gepäck. Die damals neuen Cantilever-Bremsen ergänzten den Stahlrenner ideal. Über die Jahre wandelte sich der Tourist zum "Randonneur", der die Grundidee des sportlichen Radreisens mit leichtem Gepäck hoch hält und perfekt umsetzt.

Das könnte Sie auch interessieren
Schlagwörter

Patria Randonneur ZonaTest

Diese Ausgabe 6/2016 bestellen