Test: Bergamont Vitess N8

Viel Riemen, wenig Geld: Bergamont Vitess N8

09.12.2016 Jochen Donner - Bergamont bringt am Vitess N8 den neuen Gates CDN-Antrieb, Wartungsarmut und lautlosen Lauf in die 1000-Euro-Klasse. Mit Performance, die überzeugt.
DS160818_0002
© Daniel Simon

Ja, noch immer sitzt ein Edelstahl-Ritzel der CDX-Serie am Vorserienmodell des Vitess N8! Schuld ist Riemen-Produzent Gates, der alle Bestandteile der Günstig-Serie CDN erst auf der Eurobike präsentieren konnte. Und verspricht, dass nun alle Komponenten verfügbar seien: Die geschmiedete Kurbel mit Gates-Aufdruck, das Kettenblatt und Ritzel für allerlei Naben aus einem Kunststoff-Compound, die ein Riemen mit glatter Außenfläche abrutschsicher per Mittellauf-Rille, dem sogenannten Centertrack, verbindet. Die Lebensdauer dieser Serie ist zwischen 20- und 30.000 Kilometer Laufleistung angelegt. Also ebenfalls ein Fahrradleben lang, wenn man "normale" Kilometerleistungen von niedriger vierstelliger Höhe pro Jahr annimmt.

Das Vitess N8 ist das passende Rad dazu: Es platziert seinen Fahrer nahverkehrsfreundlich entspannt-aufrecht mit viel Übersicht, bietet ein hohes ergonomisches Niveau mit viel Wartungsarmut und Fahrkomfort. Der moderne Rahmen weist neben einer klaren Optik und schöner Verarbeitung auch alle nötigen Montagepunkte auf, um das Rad alltags- und freizeit-tourentauglich zu machen. Dabei glänzt der Riemenantrieb mit absoluter Laufruhe und Zuverlässigkeit das ganze Jahr hindurch. Einmal die Spannung einstellen genügt, eine Längung tritt nicht ein. Eine gelegentliche Wäsche mit Seifenwasser und die Befreiung der CT-Rille von Steinchen sind der einzige Aufwand, den das System benötigt. Um den Preis­punkt von 1000 Euro zu halten, musste auch Bergamont ein wenig zaubern; so findet sich am Vitess viel Mittelklasse-Technik wie die lang flackernde Axa-Leuchte, die ein etwas schmales Leuchtfeld hat, einfachere Eigenmarken-Schutzbleche statt Markenware. Oder die Einsteiger-Discs von Shimano, die jedoch außer etwas mehr Gewicht keine funktionalen Nachteile mitbringen. Sehr erfreulich sind die leichten Laufräder und hochwertigen Supreme-Reifen, denn die verschaffen dem hübschen Rad leichte Lenkbarkeit und eine Portion Spritzigkeit, die sich direkt in Fahrspaß wandelt. Clever ist auch der Vorbau, der sich um drei Spacer in der Höhe und dank exzentrischer Hülse zwischen acht und sechzehn Grad in der Neigung verstellen lässt: So hat der Radler die – schnell reversible – Wahl zwischen sportiver und aufrechterer Sitzhaltung.

Plus:

  • Flinkes Alltagsrad mit viel Komfort und niegrigstem Wartungsbedarf
  • Sehr aufwändiger Rahmen

Minus:

  • Schaltrichtung “low normal“ hemmt Beschleunigung
DS1607_Bergamont-Det-01
© Daniel Simon
Das Kettenblatt des Günstig-Gates besteht aus haltbarem Kunststoff-Komposit.
DS1607_Bergamont-Det-02
© Daniel Simon
Dem Günstig-Riemen sagt Gates eine nur geringsfügig geringere Laufleistung nach als dem CDX.

Der Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 6/2016. Sie können die Ausgabe in der Trekkingbike-App (iTunes und Google Play) laden oder im DK-Shop bestellen.

Das könnte Sie auch interessieren
Schlagwörter

Bergamont VitessTestGates CDN

Diese Ausgabe 6/2016 bestellen